Richtig fotografieren mit der Spiegelreflex – was heißt das denn nun?

Im Prinzip möchtest Du doch vermutlich schöne Bilder wie vom Profi – ohne jedoch Profifotograf zu sein.

Geht das überhaupt?

Ja!

Denn es ist im Grunde viel einfacher, als die meisten glauben. Vor allem, wenn Du die 6 Bausteine der Fotografie beachtest.

Richtig Fotografieren Spiegelreflex - 6 Bausteine der Fotografie

Also pass auf, was Du als Fotografie-Einsteiger zum Thema „Richtig fotografieren“ und im Umgang mit Deiner Spiegelreflexkamera (DSLR) unbedingt beachten solltest:

Warum Deine Kameraausrüstung nicht das Wichtigste ist – die meisten das aber glauben

Neben der Kinderfotografie bin ich vor allem auch als Hochzeits-Fotograf tätig. Da ist es wichtig, eine große schwere Kamera dabei zu haben.

Einfach damit mich meine Kunden und auch die Gäste ernst nehmen.

Aber privat als Hobbyfotograf braucht das kein Mensch, um richtig zu fotografieren.

Brauchst Du ein großes Auto, um richtig fahren zu lernen? Nein. Im Gegenteil!

Denn mit einem großen Auto hast Du soviel Zusatzausrüstung, die Dich vom Kern des Fahren mit Gas, Bremse, Kupplung nur ablenkt.

All diese Bilder hier auf KOS habe ich mal wieder mit meiner 10-Jahre alten Canon EOS 350D geshootet (incl. billigem Bundleobjektiv Canon EFS 18-55mm).

Dieser Teil des Fotoshootings ist auf dem Gelände der alten Wassermühle auf KOS in dem Bergstädtchen Zia entstanden. In der „Watermill“ ist selbstgemachter Zitronensaft die absolute Hausspezialität.

Dieser Erfrischungscocktail schmeckt in diesem sehr liebevollen Ambiente und mit Meerblick natürlich besonders gut.

 

Daher mein Tipp: Hole Dir eine kleine gebrauchte Spiegelreflexkamera für Einsteiger, um richtig fotografieren zu lernen.

Und ja!

Später, wenn Du dann mal etwas Erfahrung gesammelt hast, darfst Du auch Dein Ego befriedigen und Dir eine große Spiegelreflexkamera kaufen.

Du wirst aber enttäuscht sein, weil sich erst mal gar nichts an Deinen Fotos ändern wird. Größere Fortschritte machst Du, wenn Du mehr über die 6 Bausteine der Fotografie lernst.

Schau Dir dazu auch mein Video an, in dem ich auf weitere Punkte zum richtigen Fotografieren nochmal eingehe:

Was jeder über den Vollautomatik-Modus wissen sollte

Ich muss Dir leider die Wahrheit verraten:

Mit dem Vollautomatik-Modus wirst Du Deine geliebte Spiegelreflexkamera bald in den Schrank packen und wieder Dein Smartphone zum Fotografieren nutzen.

Warum?

Du wirst keinen großen Unterschied erkennen, zwischen den Bildern Deines Smartphones und denen Deiner neuen Spiegelreflexkamera.

Ja so ist das meistens im Vollautomatikmodus. Leider.

Im Vollautomatikmodus hast Du einfach keine Kontrolle.

Keine Kontrolle über das wichtige Blenden-Spiel mit der Schärfentiefe. Damit stellst Du Deine Motive frei und lässt den Hintergrund schön in der Unschärfe verschwinden.

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Fotografiere daher bitte immer in der Blendenvorwahl und verschwende keine Zeit mehr mit dem Vollautomatikmodus.

Keine Kontrolle über den richtigen Fokuspunkt. Deine Kamera wählt einfach irgendeinen Punkt aus, der Deiner Kamera am nächsten ist. Nicht aber kontrolliert und gezielt z.B. die Pfefferminze wie hier oben im Bild fokusiert.

Beschäftige Dich daher auch mal mit den AF-Messfeldern – oder lass Dir in meinem Foto-Onlinekurs die wenigen richtigen Einstellungen per Video Schritt-für-Schritt Anleitung erklären.

Viele Dinge musst Du da gar nicht einstellen. Viel weniger als Du denkst. Ganz selten mal den ISO-Wert verändern.

Aber den Rest lasse ich zu 90% immer gleich, um richtig mit der Spiegelreflex zu fotografieren.

Das ist also schnell gemacht. Den Technik-Kram solltest Du dann relativ schnell hinter Dir lassen, um richtig fotografieren zu lernen.

Warum Licht und Motivwahl viel wichtiger als Technik sind

Wenn Du Deinen Führerschein gemacht hast und die Technik Deines Autos beherrschst, dann beginnt die Kunst des guten Autofahrens:

·       Den Verkehr richtig zu sehen (Licht) und

·       Situationen (Motivauswahl) frühzeitig einzuschätzen

Ja, mit Licht und Motiven solltest Du Dich die überwiegende Zeit beschäftigen. Darin liegt die Kunst des richtigen Fotografierens.

Und das sind auch die beiden wichtigsten Elemente der 6 Bausteine der Fotografie, um richtig mit der Spiegelreflexkamera zu fotografieren.

(Auch wenn alle Einsteiger immer wieder meinen, dass die Kamera die größte Aufmerksamkeit bekommen sollte, um richtig mit der Spiegelreflex zu fotografieren.)

Bei meinen Bildern wirst Du nie erkennen, mit welcher Kamera ich diese geshootet haben. Intuitiv würdest Du sicher davon ausgehen, dass ich als Profifotograf natürlich eine richtig tolle große Spiegelreflexkamera habe.

Ja, die habe ich auch – aber hier bei diesen Shootings und in meinem Foto-Onlinekurs für Eltern nutze ich ausschließlich meine alte Canon EOS 350D.

Du sollst verstehen, dass Du das auch kannst. Mit solch einfachem Equipment.

  • Keine Zauberei. Keine bessere Kamera als Du.
  • Nur etwas mehr Knowhow im Umgang mit den 6 Bausteinen.
  • Das ist das Geheimnis, wenn Du ein Geheimnis suchen solltest…

Schule Deinen Fotografen-Blick mit Storytelling

Hier fängt die Fotografie mit Deiner Spiegelreflexkamera an, richtig Spaß zu machen.

Denn jetzt kannst Du anfangen und Dir kleine Bildergeschichten in Deinem Kopf ausdenken und diese dann mit verschiedenen Perspektiven einfangen.

So wie ich hier auch. Konzentriere Dich darauf, wie Du Deine Bildergeschichte aus verschiedenen Blickwinkeln am eindrucksvollsten erzählen kannst.

Wechsle dabei zwischen Hoch und Querformat ab, um Deine Fotos dann später auch interessanter in der Bildpräsentation (z.B. in einem Fotobuch oder eine Bildercollage) anordnen zu können.

Eine sehr wirkungsvolle Übung zum Storytelling

Mach einfach mal diese Übung und shoote immer 2 Bilder von dem gleichen Motiv:

  1. Einmal im Hochformat ganz aus der Nähe, um Details herauszustellen.
  2. Und ein anderes Bild etwas mehr aus der Entfernung, um den Kontext darzustellen.
  3. Dann packe das ganze z.B. mit dem Tools fotor.com in eine Mini-Bildercollage

Richtig-fotografieren-SpiegelreflexUnd schwups hast Du schon eine kleine aber eindrucksvolle Geschichte mit zwei Bildern erzählt.

Damit kannst Du richtig gut fotografieren lernen.

Nutze die Bildverbesserung für wahre Wunder

Mit Bildverbesserung meine ich nicht, dass Du den Charakter Deines Bilder komplett bearbeiten solltest.

Bei meinen Hochtzeits-Shoots muss ich meist 800 Bilder in kurzer Zeit verbessern. Das muss wirklich ruck-zuck gehen.

Ist aber enorm wichtig.

Damit gleiche ich einfach die verschiedenen Lichtverhältnisse und Farbtemperaturen noch schnell an. Dann ergibt sich ein schönes hell leuchtendes und einheitlich stimmiges Gesamtbild.

Mir ist das wichtig, denn auch für den Betrachter soll eine fröhlich helle Stimmung entstehen. Und es ist auch Bestandteil meines Fotografie-Stils.

Richtig fotografieren bedeutet also die Gesamtheit der 6 Bausteine zu beachten.

Bei jedem (!) der 6 Bausteine die wenigen relevanten Elemente zu beachten bringt Dich 1000 mal weiter, als alle Funktionen Deiner Kamera (also nur einen Baustein) zu kennen.

Habe keine Angst mit Deiner Kamera zu üben, um richtig fotografieren zu lernen

Viele Eltern schreiben mir immer wieder, sie trauen sich nicht aus dem Vollautomatikmodus heraus.

Geht Dir das eventuell auch so?

Möchtest Du nun richtig fotografieren oder nicht?

Dann lass den Vollautomatikmodus ab sofort bleiben und nutze wie schon oben gesagt, die Blendenvorwahl:

  1. Nur hiermit hast Du die Chance, Deine Kamera kennenzulernen.
  2. Nur hiermit ist es Wert, überhaupt eine Spiegelreflexkamera zu nutzen und damit richtig zu fotografieren.

Du kannst nichts kaputt machen. Fange einfach an zu üben und suche nach kleinen Geschichten, die aus z.B. 2-4 Bildern bestehen.

Richtig fotografieren spiegelreflex

Dabei entweder das gleiche Motiv aus verschiedenen Perspektiven richtig fotografieren oder eine kleine Geschichte ausdenken, wie hier mit dem Cocktail.

  1. Ich verspreche Dir, dass Du damit richtig fotografieren lernen wirst.
  2. Das macht die Fotografie erst aus und Du wirst großen Spaß dabei haben.

Fotografiere Deine Geschichten und entdecke die Welt dabei völlig neu. Mit der Zeit wirst Du auch ohne Kamera laufend kleine Geschichten in Deiner Umgebung und im täglichen Leben entdecken.

Mit Deiner Leidenschaft als Hobbyfotograf wirst Du künftig viel mehr auch auf die kleinen Dinge im Leben achten.

Nun fang an!